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neugegründeter Hope Hilfsverein in Kenia.

Hope Kenia-Hilfsprojekt von Patricia Michelberger und Freunde e.V. gegründet von Patricia Michelberger, Geschäftsführerin der Michelberger-Immobilien GmbH

Ein Bericht von Patricia Michelberger – bitte auch unsere News lesen, da können Sie jeweils den aktuellsten Stand nachlesen.

Als ich zum ersten Mal letztes Jahr im Juni 2011 Afrika, genauer gesagt Kenia, besuchte, war ich sehr beeindruckt von den wunderschönen Landschaften, den herrlichen Wildreservaten mit Tausenden von Tieren und den schönen Stränden. Es war ein richtiger luxuriöser Traumurlaub. Kaum zurück zuhause hörte ich die vielen Schreckensmeldungen von über 12 Mio. hungernde Menschen in Kenia und Somalia, dem völlig überfüllten Flüchtlingslager in Dadaab/Kenia und von Babys, die im 5 Minuten Takt verhungerten und verdursteten. Die Bilder der abgemagerten und sterbenden Kinder und der verzweifelten Mütter erschütterten mich zutiefst. Sofort entschloss ich mich, mit einer großzügigen Spende ein bisschen zu helfen. Aber das Gefühl der Ohnmacht blieb. Schon seit Jahrzehnten unterstütze ich Hilfsvereine in Deutschland und aller Welt, vor allem auch Ärzte ohne Grenzen und habe auch Patenkinder im Ausland. Im Schnitt werden 10 % des Umsatzes aus der Michelberger-Immobilien GmbH jedes Jahr gespendet.

Durch meinen Safarifahrer Kombo erfuhr ich, wie elend auch viele Menschen außerhalb dieser Lager lebten. Ich entschloss mich, im Oktober 2011 nochmals nach Kenia zu fliegen und die Region Rabai nördlich von Mombasa zu besuchen.

Gefördertes Gebiet durch Hope-Kenia im Distrikt Rabai, Kenia


Hier gab es ein altes Hilfsprojekt, gegründet von einem barmherzigen älteren Ehepaar aus Hagen. Dieses war jedoch im Laufe von vielen Jahren völlig verrottet. Vor Ort sah ich zum ersten Mal mit eigenen Augen wie Menschen buchstäblich nur das nackte Leben haben, in Hütten ohne Strom, Wasser, Möbel, Herd, Küchengeräte, Betten, Decken und Moskitonetze. Lediglich ein paar Plastikschüsseln und ein zerbeulter Kochtopf war in der Regel vorhanden, dazu säuberlich am Reisigzweig aufgehängt, die Schuluniform der Kinder, oftmals an vielen Stellen defekt. Und Kinder Kinder Kinder, wohin man auch sah. Ich erfuhr, dass es sehr viele Waisen aber kein Waisenhaus gibt und die Kinder den Familien, die teilweise auch bis zu 8 Kinder hatten, untergeschoben wurden. Was mich am meisten erstaunte war, wie fröhlich diese Kinder waren, die mit Staub und Reisigstöckchen spielten und wo immer ungewiss war, wann es mal wieder was zu essen gab. Kein einziges weinendes Kind, keine jammernden Erwachsenen. Wie gottgegeben ertrugen sie ihr Schicksal. Und wie selbstverständlich wird akzeptiert, dass Menschen selbst an harmlosen Krankheiten sterben, weil sie keinerlei Abwehrkräfte haben und schon gar kein Geld für Arzt oder Medikamente. Die größte Sterblichkeit ist bei Kindern bis zu 5 Jahren, vor allem Aids und Malarie sind die Übeltäter, weil die unterernährten Körperchen dem gar nichts entgegenzusetzen haben. Was mich auch sehr beeindruckte war, wie fromm diese Menschen sind und beten und hoffen, dass Gott ihnen hilft.

Sogleich erkannte ich, was am meisten vonnöten war: Wasser. Ich leitete sofort in die Wege, dass ein altes Staubecken erneuert und vergrößert wurde und eine verrottete Pipeline über 3 Kilometer repariert wurde. Herr Kombo wurde zum Projektmanager ernannt, der alles überwacht und über jeden Pfennig Buch führt. Des Weiteren wurde ein Schaugarten angelegt mit Bewässerungssystem, um den Familien zu zeigen, was man miteinander anpflanzen kann, damit Obst und Gemüse zur Verfügung steht. Außerdem können die umliegenden Familien kostenlos Pflanzen und Samen erhalten und sich Wasser aus dem nahe gelegenen Staubecken holen, so dass sie nicht mehr kilometerweit die schweren Wasserkanister schleppen müssen, was ja oftmals von den Kindern vor Schulbeginn erledigt werden musste. In den Shops können unter anderem auch Artikel für die Schule und vor allem Maismehl gekauft werden, derzeit stampfen hier die Frauen stundenlang den Mais in einem ausgehöhlten Baumstamm, eine Schwerstarbeit, wie ich selbst ausprobiert habe.

Weiter ließ ich in den Schulen Toiletten bauen und eine Küche einbauen (3 riesige alte Kochtöpfe und jede Menge Holz in einem extra Raum, dazu Plastikteller). Die Schulräume für über 600 Grundschüler erhielten Schulmöbel, damit die Kinder nicht mehr länger auf der blanken Erde saßen. Außerdem wurde eine Cafeteria gebaut mit einem Restaurant und 2 integrierten Shops sowie 2 Räumen, wo wir später eine Erste-Hilfe-Station einrichten möchten. Man stelle sich vor, dass die Kinder morgens einen Fußmarsch von bis zu 10 km ohne Frühstück oder Wasser im Magen zurücklegen. Deshalb ist es unser Wunsch, den Kindern morgens ein kleines Frühstück vor Unterrichtsbeginn anzubieten und ab und zu ein Mittagessen zu kochen. Die Shops sollen Grundnahrungsmittel zur Verfügung stellen und etwas Miete einbringen, damit die ganz Armen kostenlos Lebensmittel erhalten können. Was uns derzeit fehlt, sind kontinuierliche Geldeingänge für das Frühstück und die Mittagessen für die Kinder. Hier sind Spenden herzlich willkommen.

Im Januar 2012 war alles fertig gestellt und ich war in Rabai zur Inspektion und Einweihung eingeladen, das ca. 40 km nordwestlich von Mombasa liegt und wo meine Projekte gebaut wurden. Es war eine sehr beeindruckende Zeremonie all die vielen dankbaren Kinder und Familien kennen zu lernen, sowie die Lehrer und den Distriktofficer und einen Baum zu pflanzen, der nun den Namen Madam Patricia trägt. Alle Kinder bekamen reichlich zu essen und am Schluss noch einen Loli, den sie hingebungsvoll lutschten und alle waren wunschlos glücklich. Herr Kombo hat sich als Projektleiter bestens bewährt und ist glücklich über diese neue Arbeit, zumal es derzeit sehr wenig Touristen in Kenia gibt, die Safaris buchen – dies ist eigentlich sehr schade, denn Kenia ist mit seinem Tierreichtum und den ursprünglichen Landschaften faszinierend und für jeden Touristen zu empfehlen.

Als nächstes Projekt haben Kombo und ich beschlossen ein Hostel zu errichten, wo weit entfernt wohnende Kinder die Möglichkeit haben, die Secondary-School zu besuchen und während der Woche wie in einem Internat zu wohnen und zu essen. Ohne dieses Hostel ist dies absolut unmöglich, weil die Kinder nicht bis zu 50 km täglich laufen können und sonst keine Möglichkeit hätten auf eine weiterführende Schule zu gehen. Aber nur eine hervorragende Ausbildung der Kinder hilft den Familien weiter, später ein besseres Leben zu führen. Um die Unterhaltskosten für das Hostel zu finanzieren, sollen Kinder aus reicheren Familien einen kleinen Beitrag bezahlen, der dazu dient, dass die armen Kinder und Waisenkinder kostenlos dort wohnen können. Das Projekt ist derzeit kurz vor der Vollendung, z. Z. werden Türen und Fenster eingebaut, dann folgt die Möblierung. Insgesamt ist hier Platz für 34 Kinder.

Leider hat das Finanzamt keine meiner Spenden anerkannt, so dass ich zusammen mit meinen Freunden einen Hilfsverein gegründet habe, den HOPE-Kenia Hilfsprojekt e.V. So kann ich künftig nicht nur meine eigenen Spenden absetzen sondern auch allen Spendern eine offiziell anerkannte Spendenbescheinigung ausstellen. Jeder kann sicher sein, dass seine Spende zu 100 % für die Projekte eingesetzt wird. Werbungs- und Verwaltungskosten werden von mir privat getragen.

Im April 2012 wurde einer der Shops eröffnet und das war ein Riesenspektakel mit über 500 Gästen und vielen Rednern. Dieser Menschenauflauf wurde sofort dazu genutzt, dass an diesem und den 3 folgenden Tagen 1000 Bäume auf einem riesigen Areal gepflanzt wurden, für Schatten, Speicherung des Wassers und zum Verkauf an die Bauindustrie in einigen Jahren. Das ganze wurde vom Dorfältesten gesegnet und mit vielen Reden, Gebeten und Tänzen begleitet. Ehrfurchtsvoll wurden die Setzlinge eingepflanzt, wie auf vielen Bildern zu sehen ist. Das Ehepaar Kombo- unser Projektleiter und Sidi seine Frau sind mit Feuereifer dabei, die Dorfbewohner zu mobilisieren, sich an den Aktionen zu beteiligen, die Erfolge sind sehr beachtlich. Ebenso sind alle verfügbaren Männer an den gesamten Bauten beteiligt, sie werden nicht bezahlt, ich bezahle ausschließlich die Baustoffe. Denn letztendlich sind es ja ihre eigenen Projekte, die allen gehören und wo jeder Nutznießer ist. Lediglich ein Mittagessen gibt es hin und wieder, gekocht von Sidi.

Leider ist der für dieses Jahr erwartete Regen in der Region Rabai fast vollständig ausgeblieben, so dass unser Staubecken völlig leer ist, die Pflanzen im Garten verdorrt sind und das gesamte Gartenprojekt erheblich beeinträchtigt wurde. Dazu kommt, dass die Familien und das Vieh fast kein Wasser mehr zur Verfügung haben und ohne Wasser kann man für seine Familie keinen Maisbrei, ein Grundnahrungsmittel, kochen, was besonders für die Kinder kaum auszuhalten ist. Wer sich’s leisten kann, kauft Wasser, aber es ist wegen der Wasserknappheit strikt verboten, Wasser zum Gießen zu verwenden, so dass dringend der Bau eines Brunnens erforderlich ist, leider fehlt hierzu das Geld.

Deshalb ist als nächstes Projekt die Planung und das Geldsammeln für einen Brunnen. Denn ohne Regen nützt auch das schönste Staubecken und die tolle Bewässerungsanlage gar nichts. Leider haben wir hierfür derzeit keinen Pfennig mehr, da das Hostel trotz Kauf und Umbau einer Gebrauchtimmobilie anstatt eines Neubaues mehr Geld verschlungen hat als geplant, deshalb wären wir alle für Spenden sehr dankbar. Sie retten damit Menschenleben und es ist ein sehr gutes Gefühl, anderen auch mit wenig helfen zu können, vor allem wenn man weiß, wo jeder einzelne Pfennig bleibt.

Weiter möchten wir den Großfamilien ermöglichen, eine Hühner- oder Hasenzucht zu starten, so dass diese als Kleinunternehmer tätig sind und einige Erträge durch Verkauf von Eiern und Fleisch erwirtschaften können. Und wenn man sieht, mit wie wenig Geld man das Leben ganzer Familien verändern kann, dann fällt einem das Spenden nicht mehr schwer. So eine Kaninchenzucht oder Hühnerzucht beispielsweise ist mit 250 Euro zu machen, weil man schon feste Ställe bauen muß wegen der vielen wilden Tiere und gefräßigen Vögel.

In Einzelfällen haben wir dies bereits getan und dadurch hat sich das ganze Leben verändert. Endlich eine Aussicht auf eine Zukunft, wo vorher nur Armut und Resignation war, was nicht selten in Alkoholismus oder Selbstmord endet. Außerdem haben die Familien oft keinen Pfennig für Arzt oder Medikamente, wenn sie oder ihre Kinder erkranken. Wenn man diese Armut und vor allem diese armseligen Hütten gesehen hat, dann weiß man erst so richtig zu schätzen, wie gut es den meisten von uns geht. Es ist ein schönes Gefühl, sein Herz zu öffnen und die Not anderer zu sehen und zu helfen, dafür muss man nicht reich sein, jeder Pfennig ist willkommen.

Spenden erbeten unter Hope-Kenia e.V.
Bw-Bank Kontonr. 2356374 BLZ 60050101

IBAN DE65600501010002356374
BIC SOLADEST 600


Homepage: www.hope-kenia.de

2016  Hope Kenia-Hilfsprojekt von Patricia Michelberger und Freunde e.V.