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Neuigkeiten


Das Neueste vom   22.5.2018


Inzwischen ist viel Zeit vergangen seit unserem letzten Treffen und der Information von Sidi, was alles zu reparieren ist.
Nun – wir haben Gutes zu berichten. Das Dach ist mit Silikon repariert, es wurden 3 neue Eingangstüren aus stabilem Holz sowie 2 Toilettentüren eingebaut. Sämtliche Löcher in den Böden und Risse in den Wänden wurden ausgebessert. Alle durchgelegenen Matratzen, Bettzeug, Kissen und Moskitonetze wurden durch neue ersetzt.

Der geplanten Innen- und Außenanstrich steht noch aus, weil es seit Wochen extrem regnet, teilweise konnte man in den Nachrichten verfolgen, dass Leute mit Hubschrauber aus extrem überfluteten Gebieten gerettet werden mussten. Die armen Menschen haben alles verloren.

Der Regen hat uns insofern auch zu schaffen gemacht, dass unsere Helferinnen kein trockenes Holz mehr fanden um zu kochen und die Regierung die Preise für Holzkohle extrem erhöht hat, weil man damit der Abholzung Einhalt gebieten will, sicher ein guter Entschluss, aber die armen Familien sind damit völlig aufgeschmissen. Wir haben nun entschieden, einen Gaskocher und Gasflasche mit 13 kg zu kaufen und anschließen zu lassen, wir können unsere süßen Girls ja nicht verhungern lassen.

Leider mussten wir die Anzahl der Mädchen von 15 auf 9 reduzieren, weil sich kein neuer Pate mehr fand, um die Mädchen zu unterstützen und die monatlichen Kosten für 50 Euro zu übernehmen. Für die 6 Mädchen war das wie ein Weltuntergang, sie hatten bereits das erste Trimester hinter sich und sich auch sehr angestrengt und gehofft und gebetet, aber leider mussten wir Sie nun ab Mai verabschieden. Da flossen reichlich Tränen der Verzweiflung. Auch ich habe bis zuletzt gehofft, dass sich vielleicht doch noch der eine oder andere Pate findet aber leider leider...............
es ist wirklich sehr schade für die Mädchen.

Sobald der Anstrich gemacht ist, werde ich versuchen, einige Fotos für unsere Homepage zu erhalten.

Das Problem mit der größeren Wasserleitung ist vorerst vertagt, erstens haben wir überhaupt kein Geld mehr auf dem Konto und zweitens gibt’s ja momentan mehr Wasser als uns lieb ist. Das wars für heute, sobald es was Neues gibt teilen wir es Ihnen gerne mit.


Bericht über unser Hope-Kenia Treffen am 26.11.2017

Liebe Freunde und Gönner,

hier ein kurzer Rückblick auf das obige Treffen. Es war eine tolle Stimmung, ein gutes Essen im Rössle und viele von Ihnen haben sich das erste Mal getroffen und wie es schien, gut unterhalten. Man hatte das Gefühl, dass die Chemie stimmte, wie man so sagt. Nach dem Essen haben wir uns bei mir zu Kaffee und Kuchen getroffen und vor allem zu einem ausführlichen Bericht über den Stand des Hostels, wo Sie Ihre persönlichen Fragen auch direkt an Sidi stellen konnten. Ich danke allen, die dabei waren und zu diesem harmonischen Treffen beigetragen haben. Sie haben mir alle eine große Freude damit gemacht.

 

Hier nochmals die wichtigsten Punkte, die wir bzgl. des Hostels besprochen haben:

 

Von den derzeit 11 Mädchen sind 3 im Januar fertig, dafür haben wir bereits 5 neue aufgenommen, für die wir derzeit Paten suchen, so dass jetzt 13 Mädchen im Internat sind. Alle stammen entweder aus sehr armen kinderreichen Familien oder sind Waisen. Unser guter Ruf in Rabai und Umgebung ist bekannt, so dass sich fast alle Mädchen wünschen, dass sie bei uns ihr Abitur machen dürfen. Wir würden natürlich jederzeit auch gegen Bezahlung weitere Mädchen aufnehmen, denn wir haben ja Platz für 24 Personen, aber da haperts dann doch am Geld.

 

Charity ist eins der Mädchen, die die Schule beendet haben, sie würde sehr gern Lehrerin werden. Die Ausbildung dauert 2 Jahre und könnte in Mombasa stattfinden. Hier könnte sie auch ein Zimmer in der Lehranstalt erhalten, so dass monatliche Kosten für  Zimmer und Essen von 150 Euro anfallen. Plus Schulgebühren, die wir derzeit nicht kennen.

Wir möchten Charity gern fördern und hoffen, dass Gott ein Türchen für ihren Berufswunsch aufmacht.

 

Brunnen bei der Grund- und Hauptschule sowie dem Kindergarten: leider ist der Grundwasser-Spiegel so extrem gesunken, dass aus unserem teuren Brunnen meist nur noch Salzwasser sprudelt. Das ist aufgrund der extrem hohen Herstellungskosten und der vorhandenen Solarpumpe sehr bedauerlich. Wenn’s dann mal geregnet hat, kommt wieder Frischwasser und das wird sofort in den 2 vorhandenen Wassertanks gespeichert. Die Gemeinde hat inzwischen auch eine Pipeline bis zur Schule bekommen, da kommt aber auch nur Wasser raus, wenn’s geregnet hat.

 

In diesem Gebiet, wo ja ca. 2000 Kinder vorhanden sind, haben wir auch unser Gebäude, in dem eine Schneiderei, 1 Shop und unsere Erste-Hilfe-Station untergebracht sind. In der Schneiderei gibt es 3 ausgebildete Schneiderinnen mit 3 Nähmaschinen. Da sie keine Miete bezahlen müssen, reparieren sie im Gegenzug kaputte Schuluniformen. Außerdem können hier Mädchen eine Ausbildung zur Schneiderin machen, was gern genutzt wird.

 

Shop: der Shop hat aufgrund mangelnder Umsätze geschlossen. Was wir mit dem Raum machen, wissen wir noch nicht genau.

 

First Aid Station: Leider hat der Gouverneur  sein Versprechen nicht gehalten, dass er die monatlich anfallenden Medizinkosten und eine Krankenschwester, alternativ 3 x die Woche einen Arzt bezahlt. Deshalb ist die Station geschlossen, jedoch voll funktionsfähig eingerichtet  und in Notfällen wird ein Arzt angefordert, der dann mit dem Moped oder ähnlichem herbeieilt. Vielleicht ergibt sich hier mal eine andere Lösung, z. B. wenn sich ein junger Arzt selbstständig machen möchte oder ähnliches. Persönlich ärgert mich das ungemein, denn der Gouverneur hatte mir in einem persönlichen Gespräch ausdrücklich zugesichert, dass diese Kosten übernommen werden.

 

Hostel: im Hostel sind neben unseren Mädchen 2 Helferinnen tätig, die dort Tag und Nacht sind, denn es ist vorgeschrieben, dass nachts 2 Erwachsene anwesend sind. Neben Putz- und Kochtätigkeiten kontrollieren sie, dass die Mädchen lernen, sorgen für Disziplin und informieren Eltern über ihre Kinder. Außerdem kontrollieren sie den Vorrat und geben Sidi Bescheid, wenn was zur Neige geht. Die wichtigste Person für das Hostel ist Sidi. Sie entscheidet, welche Mädchen aufgenommen werden, da sie fast sämtliche Familien persönlich kennt (schon alleine durch die fast wöchentlichen Beerdigungen). Sie macht die Einkäufe, wobei uns zugute kommt, dass sie auch für ihr nahe gelegenes Restaurant einkauft und wir so ganz andere Rabatte kriegen. Außerdem ist sie dafür verantwortlich, mir die monatlichen Belege für die Buchhaltung zuzusenden und mich über alle wichtigen Vorfälle zu informieren. Ohne Sidi würde gar nichts funktionieren. Vorallem die ständige Motivation an die Mädchen ist sehr wirksam, hat sie doch selbst gerade mal wieder ein fast 3-jähriges Fernstudium mit Abschluß zur Personal-MANAGERIN geschafft und das trotz Hostel, Restaurant und Familie mit 3 Kindern. Respekt!

 

Die beiden Helferinnen erhalten monatlich je 50 Euro. Sidi arbeitet ehrenamtlich, sie bekommt lediglich einen Pauschalkostenersatz von 50 Euro, der schon alle für die Einkaufstouren und Transportkosten der Nahrungsmittel mit dem Sammeltaxi draufgeht. Dafür darf sie alle paar Jahre mal – so wie jetzt geschehen- nach Deutschland kommen, in das Paradies, wie sie stets sagt.

 

Von den je 50 Euro, die wir monatlich von den 8 Paten bekommen, zahlen wir die Essenskosten, Putzzeug, Schuluniformen, Elektrizität und Wasserkosten. Ein Problem bleibt für uns immer die 3x jährlich anfallende Schulgebühr, aber bisher haben wir das immer dank Ihnen allen zusammengekriegt. Hierfür gilt nochmals unser ganz besonderer Dank. 

 

An unserem nun 5 Jahre alten Hostel zeigen sich einige Schäden, die wir reparieren müssen. Hierzu hat uns Sidi Videos und Bilder mitgebracht.

 

Dach: Durch das Blechdach dringt Regen (wenn’s denn mal regnet). Beim Studium der Bilder zeigt sich, dass dies nur im Bereich der Nägel ist. Deshalb habe ich vorgeschlagen, die Nägel mit transparentem Silikon zu „versiegeln“. Ich denke, damit kann man das Problem beheben.

 

Die 3 Eisentore, die gesetzlich vorgeschrieben sind, sind verrostet. Vielleicht hätte denen mal jemand sagen sollen, dass man die Eisentore streichen sollte. Gerade bei der hohen Luftfeuchtigkeit ist alles ziemlich schnell verrottet. Hier ist nichts mehr zu retten, auch die Schlösser funktionieren nicht mehr. Ich habe Sidi vorgeschlagen, sie soll sich mal nach feuerverzinkten Stahltüren erkundigen, was die kosten würden.

 

Ein weiterer Wunsch war, dass die 2 Toiletten Türen erhalten. Da ich dies schon in der Bauphase immer wieder erwähnt habe, habe ich dies nun nach 5 Jahren abgelehnt.

 

An vielen Stellen sind sowohl in der Wand als auch am Boden Risse und Löcher. Ich habe vorgeschlagen, die Risse in der Wand mit Gips oder einer Art Moltofill zu reparieren und die Löcher im Boden und am Eingangsbereich mit Beton zu füllen. Die Kosten wird sie mir dann bekannt geben.

 

Die Matratzen, Bettzeug und Kissen sind extrem abgenutzt. Ich habe vorgeschlagen, die Kosten für je 15 Stück zu ermitteln und uns mitzuteilen. Mittlerweile hat sich Frau Bruker bereit erklärt, diese Kosten zu übernehmen, Tausend Dank an Sie liebe Frau Bruker.

 

Das größte Problem ist die Wasserversorgung. Wir haben zwar eine recht dünne Pipeline und auch einen großen Wassertank, aber aus der Leitung kommt kein Wasser mehr. Bisher hat Sidi viel Mineralwasser zum Kochen und Trinken gekauft und die Mädchen  holen aus einem einige Kilometer entfernten Wasserloch Wasser zum Waschen und Wäschewaschen und Putzen. Ich wusste gar nicht, dass Sidi hier ihre wenigen Erträge aus ihrem Restaurant opfert und auch ihr Ehemann Kombo dazu beigetragen hat. Leider ist der Ehemann bei der letzten Wahl aufgrund von Korruption und Morddrohungen nicht wiedergewählt worden und hat dadurch seine Einkünfte verloren. Deshalb können die beiden auch keine Kosten mehr tragen, denn Sidi muß jetzt die Familie ernähren. Kombo versucht sich wieder wie früher mal als Safarifahrer, aber Kenia ist lang nicht mehr so gebucht wie früher. Heute fahren die Urlauber lieber nach Südafrika, weil das mal was Neues ist. Einzige Möglichkeit scheint, einen neuen Anschluss an eine etwa 1 km entfernte dicke große staatliche Pipeline zu legen. Sidi soll die Kosten erfragen und auch, ob dies überhaupt erlaubt ist.

 

Danke nochmals an alle, mit denen wir einen schönen Tag erleben durften, danke fürs aufmerksame Zuhören und danke an alle, die nicht kommen konnten sowie an viele Interessierte unseres Vereins, dass Sie diesen Bericht aufmerksam und wohlwollend studieren. Gott segne Sie alle.

 

Unsere Projektleiterin Sidi aus Kenia



Impressionen von einer gelungenen Weihnachtsfeier 2016

Zur letzten Weihnachtsfeier haben wir die Familien unserer Hostel-Mädchen zusammen mit all ihren Geschwistern eingeladen. Da hatten wir schnell ca. 100 Leute zusammen. Das war eine große Wiedersehensfreude. Sidi hat gekocht, organisiert und dekoriert und noch einen Fahrdienst ins Leben gerufen und dann wurde gefeiert was das Zeug hält. Alle waren begeistert und alle haben sich herzlich bedankt. Von dieser Feier werden alle sicher noch lange reden, denn so viel Essen gabs schon lang nicht mehr und die Familien haben jedes Jahr Sorge, wie sie ein kleines Weihnachtsessen zuhause finanzieren sollen, deshalb hatten wir diese Idee.

Außerdem haben alle  unsere Mädchen zu Weihnachten neue Schuhe bekommen, den Spendern sei nochmals herzlich gedankt auch für die vielen Spendenbeiträge, die unsere Feier überhaupt ermöglicht haben. Gott segne Sie alle! Und Gott segne unsere Sidi, die das alles wochenlang organisiert hat, eine großartige Arbeit, vielen Dank liebe Sidi.

Mit den besten Wünschen für ein schönes 2017 grüße ich Sie alle – Ihre Patricia Michelberger

Nachfolgend einige Bilder
 


























27.04.2016

Upps schon wieder ein Jahr rum, Zeit für einen neuen Bericht. Ja eigentlich gibt’s nicht viel zu berichten, unser sehr beliebtes Hostel wird bewohnt von 11 hübschen Mädchen zwischen 14 und 22 Jahren, die bei uns in 4 Jahren ihr Abitur machen und so dank Ihrer Hilfe einen guten Start für eine bessere Zukunft haben, als viele Mädchen, denen dies verwehrt ist. Wir hätten Platz für 24 Mädchen aber leider fehlt es uns da noch an Paten. Vielleicht hat der eine oder andere der unsere Seite liest Lust, Pate für ein Mädchen zu werden. Der Monatsbeitrag beträgt 50 Euro und am Jahresende gibt’s eine steuerlich absetzbare Spendenquittung.
 
Unsere 11 Grazien lassen Sie alle herzlich grüßen und danken ihren Paten für die tolle Unterstützung. Sie fühlen sich in unserem Hostel pudelwohl. Einige sind neu dabei, andere haben uns verlassen, weil sie ihr Abi geschafft haben, eine wurde zu unserer Überraschung Mama und von einer mussten wir uns trennen, weil die Schulleistungen zu miserabel waren.
 
Da ich inzwischen Rentnerin bin haben wir keine neuen Objekte mehr geplant, zum einen fehlt mir die Kraft, zum anderen das Geld. Aber unsere First-Aid-Station, der Brunnen, die Molkerei und vor allem unser Hostel funktionieren und das ist das Wichtigste, damit unser Geld nicht umsonst investiert wurde – Geld, das wir zum großen Teil Ihnen, unseren treuen und warmherzigen Sponsoren, verdanken.
 
Momentan hatten wir einen finanziellen Engpass, die Schulgebühren für die Mädchen waren wieder mal fällig, in Kenia gibt es pro Schuljahr 3 Trimester, die zu zahlen sind. Unser Konto war ratzeputz leer, was tun? Ich habe einen Hilferuf an unsere Freunde und Gönner losgeschickt und in kurzer Zeit hatten wir das Geld zusammen. DANKE an unsere großartigen und hilfsbereiten warmherzigen Freunde. Sie sind Spitze!!!
 
Unsere Projektleiterin Sidi macht momentan neben Hostel, Restaurant, Familie mit 3 Kindern noch eine 3-jährige Marketing-Ausbildung, da kann ich nur sagen Respekt! Ich habe sie fürs nächste Jahr, wenn sie die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, nach Deutschland eingeladen, ins Paradies, wie Sidi das nennt und wir werden Sie rechtzeitig informieren, falls jemand Sidi mal kennen lernen oder wieder treffen möchte, eine unglaubliche Powerfrau, die sich in ihrem Distrikt um alle kümmert, die in Not sind, Sidi kennt dort wirklich jede einzelne Familie. Schockierend dabei ist nur, dass sie mir fast jede Woche von neuen Todesfällen und Beerdigungen berichtet, da die Familien eben immer noch sehr arm sind und eine einfache Infektion oft mangels Geld für Medizin zum Tode führt. Das Durchschnittsalter in Kenia liegt immer noch bei 50 Jahren.
 
Ich habe mich inzwischen- da mich mein Kenia-Projekt nicht mehr auslastet, auf unsere Freiberger, Bietigheimer und Pleidelsheimer Flüchtlinge eingelassen, im Januar hatte ich – initiiert und organisiert von unserem Herrn BONZ - einen ganzen Bus voll Kleiderspenden gesammelt, die wir einer Hilfsorganisation übergeben haben, um sie nach Griechenland weiterzuleiten oder neu ankommenden Flüchtlingen in Deutschland zu überreichen.  Mein Wohnzimmer sah wahrlich spektakulär aus, vor lauter gefüllten Müllsäcken war ich kaum noch zu sehen und die Spenden waren auch teilweise abenteuerlich. Vom mottenzerfressenen Wollteppich bis zu einigen Paar high heels mit 12 m Absatz, das eine wurde entsorgt, das andere hier zu Geld gemacht. Letztendlich hoffen wir, damit viele Leute glücklich gemacht zu haben.  Zur Zeit gebe ich Deutschunterricht und begleite Flüchtlinge zum Arzt oder hör mir ihre Sorgen an und versuche Lösungen zu finden. Ohne ein bisschen soziales Engagement kann ich einfach nicht leben, es ist zu schön anderen zu helfen und zeigt mir täglich, wie gut es uns eigentlich geht.
 
Bleiben Sie gesund und munter und uns weiterhin wohlwollend zugeneigt.




Neues aus dem Hostel Stand 1. 4. 2015

Hurra wir haben jetzt 2 Milchkühe, 1 Kälbchen und eine Biogasanlage sowie einen Stall. Durch großzügige Spenden, ganz besonderen Dank hierbei an den CVJM-Verein in Möglingen, konnten wir einen lang gehegten Wunsch realisieren und uns Milchkühe anschaffen. Zuerst wurde der Stall gebaut, dann eine Pipeline und Wassertank und zum Schluss die Biogasanlage. Ja und dann sollten eigentlich die Kühe kommen, die wir schon im Januar gekauft hatten. Aber zuerst kriegte die eine ein Kälbchen und dann war es nur noch heiß, heiß, heiß. Weder im Hostel noch in unserer neuen Pipeline kam Wasser aus der Leitung. Wir mussten für das Hostel neben Unmengen Mineralwasser zum Kochen noch mit dem Motorrad täglich Wasser herbeischaffen, damit sich die Mädchen waschen und auch ihre Wäsche waschen konnten. Aufgrund dieser extremen Hitze, wo auch kaum frisches Gras wuchs, alles war verdorrt, entschieden wir, die Kühe erst mal beim Farmer zu lassen. Inzwischen sind sie wohlbehalten bei uns eingetroffen und sie heißen

Lucky, Happy und das Kälbchen Funny.









Was sich zunächst so günstig anhörte – okay wir kaufen 2 Milchkühe – entpuppte sich so nach und nach zu einem echten Kostenfaktor. Zunächst der Bau eines massiven Stalles, dann die Pipeline verlegen und einen Wassertank anschaffen, dann die Biogasanlage und Elektrik. Danach folgten Kosten für den Tierarzt, den Transport und nun monatlich Kraftfutter als Futterzusatz. Als nächstes benötigten wir noch einen Kühlschrank für das Hostel, bei 35 Grad hätten wir sonst in nur 1 Stunde Sauermilch. Ich habe schon gemutmaßt, dass es wahrscheinlich billiger gewesen wäre täglich frische Milch zu kaufen aber Sidi und Kombo sagen, nein es wäre die beste Idee überhaupt gewesen, die Kühe anzuschaffen, es wäre was ganz anders seine eigene frische Milch zu haben anstatt kilometerweit entfernt nur H-Milch kaufen zu können und diese zum Hostel zu schleppen. Sie sind alle glücklich und lieben die Kühe.

Sehr schön ist auch, dass wir mit Herrn Dr. Gönner und Frau Jähnert zwei weitere Sponsoren finden konnten, momentan haben wir jetzt Sponsoren für 8 Mädchen, insgesamt sind derzeit 18 Mädchen bei uns. Herzlichen Dank an alle, die uns so treu unterstützen. Unser Hostel ist sehr beliebt, die Mädchen sind dort sehr glücklich. Es gibt so viele, die zu uns kommen möchten, aber das ist aus Kostengründen leider nicht möglich. So tragen Sie und ich gemeinsam dazu bei, zumindest ein kleines Fleckchen auf dieser Welt glücklicher zu machen und den Mädchen eine gute Zukunft zu bieten, denn auch in Kenia sind ohne gute Schulbildung keine Jobs zu kriegen. Ich soll Sie alle herzlich von Sidi und Kombo - unseren Projektleitern – grüßen, sie wünschen Ihnen gesegnete Ostern.

am 28. September war es endlich so weit und unsere First-Aid-Station wurde wiedereröffnet!

Gott sei gepriesen, das war ja ein never ending act, nachdem wir unsere wunderschöne Toilette mit Satteldach wieder zerstören mussten und ein Flachdach mit oben aufstehendem Wassertank bauen mussten, weil dies in Kenia für Dispenseries so vorgeschrieben sei (Notfallstationen und Arztniederlassungen).

Die Station ist jetzt bestückt mit einer täglich anwesenden examinierten Krankenschwester, die auch schon im Hospital gearbeitet hat und einmal wöchentlich schaut ein Arzt vorbei. Die Station ist stark frequentiert, die Menschen sind dankbar für diese kostenlose Hilfe. Die laufenden Kosten für Medikamente und die Krankenschwester hat das Ministerium für Gesundheit übernommen, nachdem unser Projektleiter Kombo und ich wirklich 6 Monate lang interveniert hatten.

Leider gibt es ansonsten nicht allzuviel Gutes zu berichten, da unser Verein an stetigem Geldmangel leidet. So haben wir im Sommer ja bereits das Frühstück für die 180 Waisenkinder einstellen müssen, da die 250 Euro monatlich nicht aufzubringen waren.

Momentan haben wir für unser Internat (Hostel) Sponsoren für 6 Kinder, die monatlich 50 Euro zahlen und teilweise auch das 3 x jährlich anfallende Schulgeld übernommen haben. Für die anderen 18 Mädchen hatte ich die Kosten übernommen, aber das geht in dieser Höhe inzwischen auch nicht mehr, so dass wir jetzt ab September auf 16 Mädchen reduzieren mussten, wirklich ein Jammer.

Unser nächstes großes Projekt wird nun der Bau eines 2,5 m hohen Zaunes rund um unser Hostel. Da in Kenia alle Schulen mit 2-3 m hohen Zäunen und einer Wache gesichert sind, hat das Jugendamt diese Auflage nun wiederholt auch an den Hope-Verein herangetragen, vorallem, nachdem in Uganda über 200 Mädchen von Rebellen verschleppt worden sind. Ähnliches befürchtet man in Kenia durch die somalische Al-Schabaab-Miliz, die immer wieder Anschläge in Kenia macht. Dringlichste Aufgabe ist nun die Errichtung einer Zaunes rings um das groß angelegte Hostel mit 2 Gebäuden, sonst droht die Schließung. Das wird sicherlich bis zu 10.000 Euro kosten, Geld, das momentan nicht vorhanden ist.

Ein großer Wunsch unserer Projektleiter ist auch, eine Milchkuh oder zwei anzuschaffen. Wir hätten dadurch täglich frische Milch (einen Kühlschrank haben wir nicht), und die Kinder lieben morgens ihren schwarzen Tee mit Milch. Außerdem könnten wir Überschüsse verkaufen und hätten dadurch ein paar Einnahmen. Der getrocknete Kuhdung soll als Brennmaterial in der Küche verwendet werden.

News vom Oktober 2014

Ich habe soeben erfahren, w i e wichtig unsere First-Aid-Station ist. Kombo hat mich gerade angerufen und erzählt, dass am Donnerstag mehrere Hundert Studenten und Schüler zu uns kommen und alle ein spezielles Medikament erhalten, da sie ganz stark an einem entsetzlichen Ausschlag, speziell an Händen und Füssen leiden, der durch die Stiche einer Sandfliege übertragen wurde, wo sich dann im Körper Eier bilden - eine ekelhafte Vorstellung. Er sagt, das schwillt an, juckt wie verrückt, gibt dicke Hubbel und wird ganz rot. Danach stirbt die Haut und teilweise auch die Gliedmaßen ab. Er schickt am Donnerstag noch einige weitere Bilder davon. Er hat ca. 600 Euro von meinem Visakonto abgehoben, damit er die Medizin kaufen kann und die Kinder sofort behandelt werden können. Er wird versuchen, das anschließend vom Ministerium wieder zubekommen, aber zu warten, bis das genehmigt ist, hätte einen Monat oder länger dauern können, das sei für die Kinder unzumutbar, die würden entsetzlich leiden, solche Wunden hätte ich noch nicht gesehen, furchtbar.

November 2014

Es war ein Massenandrang in unserer First-Aid-Station. Mehrere Ärzte, Helfer und auch Kombo und Sidi haben unzählige Kinder verarztet, Wunden ausgewaschen, eine spezielle Salbe aufgetragen, teilweise Antibiotika gespritzt, um den schrecklichen Wunden durch die Sandfliege Herr zu werden. Sehen Sie hier einige Bilder. Wir sind froh, dass wir helfen konnten.













Einrichtung und Eröffnung Erste-Hilfe-Station in Rabai/Kenia vom 28.2.-12.3.2014



Ja ich bin zurück aus Kenia und es war Stress pur. Wir haben dort in einem vor ca. 3 Jahren von mir erbauten Gebäude 3 Zimmer als Erste-Hilfe-Station eingerichtet, 1 Rezeption mit Wartesaal, 1 Behandlungszimmer und ein Raum mit 2 Betten und Tropfständern für Infusionen oder ruhebedürftige Patienten. Die ganze Einrichtung der Erste-Hilfe-Station war ein Marathon, weil nur 11 Tage zur Verfügung standen. Gleich am Ankunftstag hatte ich einen Besuch im Bamu-Hospital bei einem der  obersten Ärzte, um uns beraten zu lassen, was für diese Station alles erforderlich ist. Er war sehr kooperativ und hat sich sehr gefreut, dass wir in dieser Gegend eine solche Station machen, weil da mehrere Tausend  Menschen, vor allem alleine ca. 2000 Kinder ohne jede Hilfe sind und hat sich sehr bedankt und gesagt, wir sollen auch unseren Sponsoren seine besten Wünsche übermitteln.

Er hat uns dann gleich am nächsten Tag einen Arzt geschickt, der vor Ort die Räume inspiziert hat. Dieser hat uns dann eine Liste gemacht , was wir an Einrichtung und medizinischem Gerät kaufen müssen und hat auch meine 85 kg Gepäck mit den ganzen  Medikamenten und Verbandsmaterialien, Schienen usw. inspiziert. Viele Medikamente sind in Kenia gleich - zumindest die Wirkstoffe. Inzwischen gingen die Baumaßnahmen, wie Türen und Fenster einbauen, Vorhänge anbringen, Zuweg fertig betonieren, Räume streichen usw. in vollem Gang weiter.

Am nächsten Tag haben wir den Gouverneur besucht und mit ihm verhandelt  wegen der laufenden Kosten für die Krankenschwester und der ständig nachzubestückenden Medikamente. Außerdem fehlt noch jede Menge an Medikamenten, z. B. Infusionslösungen, Antibiotika, Infusionen bei Malaria, Gips für Brüche und viele Dinge, die eben ohne Rezept von mir gar nicht in Deutschland organisiert werden konnte oder wie der Gips viel zu schwer zum Transportieren waren ( 1 kg 7 Euro für Übergewicht bei der Condor). Es wurde uns zugesagt, dass wir sofort eine Krankenschwester geschickt bekommen, außerdem 1 x in der Woche 2 Ärzte. Das war natürlich ein toller Erfolg.

Die nächsten 2 Tage waren wir mit dem Einkauf von Möbeln und Medizinischem Gerät unterwegs.

Wir haben gekauft
1 Kühlschrank zur Lagerung von Medikamenten
1 Sterilisator
2 Krückenpaare
1 Trageliege
1 Rollstuhl
2 Infusionsständer
1 Geburtshilfeset (heißt auf englisch lustigerweise Deliveryset)
1 Trolly zum Platzieren des chirurgischen Bestecks
3 medizinische Sets mit verschiedenen chirurgischen Teilen (Scheren, Zangen,
Pinzetten, Skalpell usw.). die müssen dann abends sterilisiert werden.
1 Stethoskop
1 Blutdruckmessgerät
1 Untersuchungsbett (heißt in Englisch Examinationsbed - ist auch lustig)
viele verschiedene Nadeln für Infusionen und noch einiges Zeug, das ich namentlich nicht übersetzen kann
Brechschalen
Damenbinden
Vliesunterlagen
Treteimer und Plastiksäcke
Putz- und Sterilisationszeug
Abfalleimer

dann die Möbel:
2 Betten mit Matratzen und Bettzeug hatten wir vom Hostel übrig, da haben  wir jetzt einen Raum für Infusionen oder wenn einer sehr krank ist mit Fieber oder Malaria.
1 Schreibtisch mit Rollstuhl
komplette Bestückung vom Tesafilm, Patientenkartei, Locher, Hefter, Kulis, Ablagekörbchen usw. usw.
10 Plastikstühle für Patienten
2 weitere Stühle fürs  Behandlungszimmer
1 großer Metallschrank mit tiefen Schubladen für das ganze Verbandszeug, abschließbar
1 großer Schrank mit Glasscheiben für die Medikamente, abschließbar
ich bin sicher, dass ich noch viele Sachen vergessen habe.

Als ich ankam, wurden die 3 Räume gestrichen, die wir als First-Aid-Station eingerichtet haben, abschließbare Türen eingebaut, Glasfenster eingebaut und  Vorhänge angebracht und ringsum ein stufenfreier Weg betoniert für die Rollstuhlpatienten.

Insgesamt haben wir für Möbel und Medizinisches Gerät ca. 4.500 Euro bezahlt. Dazu kommen die Baumaßnahmen mit nochmals ca. 1700 Euro. Allein die Glasscheiben für 3 Räume waren 450 Euro, Zement und Beton ebenfalls 450, Farbe, Handwerkerarbeiten, Stromleitungen und Schalter kaufen und verlegen(der Stromanschluss kommt erst in ca. 3 Wochen, aber wir haben schon mal alles vorbereitet).

Am Freitag, dem 7. 3. also an meinem 65. Geburtstag war dann die Einweihungsfeier, wofür ich nochmals ein paar Hundert  Euro locker machte. Es waren ca. 250 Gäste da, wir hatten auch von unseren 180 Waisenkinder 50 zum Mittagessen eingeladen, mehr war nicht möglich). Es wurden viele Reden gehalten und Gebete gesprochen und Tänze aufgeführt und ich soll all unseren Sponsoren 1000 gute Wünsche und Dank aussprechen. Und auch die Presse machte Fotos und ein Interview mit uns und die Berichte kamen in verschiedenen Zeitungen und im Internet.Bei dieser Feier haben wir dann unseren Waisenkindern auch neue Schuluniformen überreicht, die vom letzten halben Jahr waren schon wieder zu klein.

Abends wollten wir dann im Restaurant mit unseren 21 Hostel-Schülerinnen meinen Geburtstag feiern. Alles war schön geschmückt und gekocht und dann kam die Hiobsbotschaft: der Prinzipal der Schule erlaubte nicht, dass die Mädchen abends das Hostel verlassen. Dabei war das nur knapp 1 km und wir hatten gesagt, wir bringen alle mit dem Auto zurück. Sämtliche Verhandlungen nützten nichts. Wir waren alle bitterlich enttäuscht. Dann haben wir eben kurzerhand die Luftballons abmontiert, das gesamte Essen in Plastiktöpfe verpackt, Teller und Colakisten eingeladen, mit dem Motorrad 2 große Tische ins Hostel transportiert und dort haben uns die Mädchen dann hungrig erwartet. Es war total still, die sind ja alle so schüchtern. Dann haben wir erst einmal gegessen, vor dem Fenster standen noch ca. 30 kleine Kinder und schauten neidisch und hungrig durch die Fenster, aber wir hatten leider nichts mehr übrig, ich konnte lediglich einige Bonbons verteilen.

Leider stellte sich im Hostel heraus, dass der Strommast zwar genau vor dem Hostel steht, dass aber noch kein Anschluss erfolgt ist, obwohl wir schon überall Elektroleitungen und Schalter eingebaut haben und die Anschlusskosten bereits von mir bezahlt sind. Meine 6 Solarlampen, die ich einmal mitgebracht hatte, waren verschwunden (geklaut meinte Sidi) und so haben wir  im Schein von 2 stinkenden Petroleumlampen unser Mahl genossen. Danach habe ich die Geschenke ausgepackt und da wurden die Mädchen dann deutlich munterer. Kulis und Bleistifte, ein Manikürset für alle 21 Mädchen, für jeden ein süßes Armband, Unterbettkommoden für ihre Klamotten, Süßigkeiten, Bilder für die Wände mit passenden Reißnägeln (die waren begeistert von Pinguinen und Eisbären, so was hatten sie noch nie gesehen), Zahnbürsten und Zahnpasta usw. usw., es  war ein ganzer Koffer voll Geschenke. Es war ein schöner Abend und die Mädchen fühlten sich besser als je zuvor in ihrem Leben, so sagten sie zumindest. Ich soll alle Sponsoren ganz herzlich grüßen, sie würden jeden Abend für sie beten sagten sie.

Am Samstag und Sonntag lag ich flach, ich konnte keinen Schritt mehr gehen, hatte höllische Schmerzen im Bein.

Am Montag fuhr ich dann als erstes zur First-Aid-Station. Ich wollte die Krankenschwester in die von mir mitgebrachten Medikamente einweisen. Leider war die auf einem Schwesternkongress. Es waren eine ganze Reihe von Patienten da, die dann von mir behandelt wurden mit Herztröpfchen und Einreibungen mit Japanischem Heilöl, Medikamente gegen Erkältung und Fieber, ein Bein musste geschient werden usw. usw. Ich tat mein Bestes, glücklicherweise habe ich mal Altenpflege gelernt.

Plötzlich kam eine Kommission mit 4 Ärzten, sie seien vom Gouverneur geschickt worden, um die First-Aid-Station zu überprüfen, ob alles vorschriftsmäßig sei, denn es wäre ja eine offizielle Dispensery. Sie erstellten dann eine Liste, dass wir noch separate Toiletten, Waschbecken, eine Grube zum Verbrennen der blutigen Verbandsmaterialien und einen Bodenbelag verlegen müssten, der allabends geputzt und sterilisiert werden kann. Das hat uns zutiefst deprimiert, denn wir haben keinen Pfennig mehr für solche Investitionen. Alleine diese Reise mit Reisekosten, übergewicht für die Medizin (550 Euro!), Einrichtung, Einweihungsfeier, Geld fürs Hostel für die Mädchen und Geld für die Schuluniformen und Frühstück Waisenkinder, Umbauten usw. hat mal wieder 10.000 Euro gekostet. Ich zahle ja noch einen Anteil an den 4532 Frühstücken im Monat für die Waisenkinder und sponsere noch die Mädchen im Hostel. Alles Verhandeln half nichts, sie sagten, wenn das eine offizielle Stelle ist  müssen diese Dinge vorhanden sein. Ich sagte, es sei ja keine Arztpraxis sondern nur Erste Hilfe, aber sie sagten, in dem Sinne kennen sie das gar nicht. Die Alternative sei, dass wir das privat betreiben, aber dann müsste ich die Krankenschwester und die Medikamente monatlich selbst bezahlen, was mindestes 600-700 Euro kostet bei der Riesenanzahl von Patienten, das kann ich aber nicht. Also müssen wir versuchen, diese Kosten für ein Häuschen mit  Klo und Waschbecken irgendwie anders aufzutreiben. (wie ich inzwischen erfahren habe, wurde die First-Aid-Station geschlossen- eine Tragödie).

Anschließend habe ich dann das Hostel nochmals bei Tageslicht inspiziert. Leider stellte sich im Hostel  heraus, dass da mit offenem Feuer gekocht wird (ich dachte, da sei ein Gasherd, aber Sidi sagte, das Gas ist teuer, wir kriegen ja kaum die Mädchen satt). Ferner ist  zwar der Wassertank gekauft aber der Wasser-anschluss ist noch nicht da. Es waren keine Tische oder Schränke oder Vorhänge da, nur Stühle und die Betten. Als die Mädchen abends von der gegenüber liegenden Schule heimkamen brachten sie alle ein Plastik-Schüsselchen mit Wasser mit. Dann haben sie ihre Schuluniformen ausgezogen und sich im Garten hinter einem Sichtschutz gewaschen und das Klo im Garten in einem zusammenbruchsreifen Hüttchen benutzt. Anschließend haben sie alle in diesem Wasser noch ihre Klamotten gewaschen. Auf meine Frage, warum sie nicht die Toiletten im Hostel benutzen, wir haben dort 3 eingebaut, sagten sie, dass da weder Tür noch Vorhang sei und sie sich genieren. Und die Dusche hat Kombo leider nicht bauen lassen, weil kein Geld mehr da war. Inzwischen hat Sidi -  ich habe ihr 100 Euro dagelassen - überall Vorhänge angebracht, denn die Mädchen sagten auch, sie fühlen sich durch jedes Fenster beobachtet und abends beim Essen ständen immer die Nachbarskinder bettelnd an den Fenstern.

Es gäbe hier also noch viel zu tun, Tische und Dusche wären dringend erforderlich. Schränke brauchen wir inzwischen nicht mehr, weil sie alle die Unterbettkommoden haben. Wir hatten ja eine Kommission vom Jugendschutz da, da mussten wir unsere Stockbetten durchsägen, Holzbetten dürfen angeblich aus Sicherheitsgründen nur ebenerdig aber nicht 2-stöckig sein (ist natürlich mit unseren Betten nicht zu vergleichen). Dadurch sind die Räume jetzt voll mit Betten, man kann kaum noch laufen, das war vorher viel schöner. Außerdem fordert die Jugendschutzbehörde, dass wir ringsum einen 2 Meter hohen Zaun mit Eisentor errichten, damit die Mädchen vor Einbrüchen und Vergewaltigung geschützt sind. Leider haben wir dazu keinen Pfennig mehr. Bei diesem großen Areal kostet das mindestens 10 000 Euro. Da hilft nur noch Beten. Ich habe natürlich große Angst, dass uns die Jugendschutzbehörde das Hostel schließt, wenn wir diese Auflage nicht erfüllen. Für die Mädchen wäre das die absolute Katastrophe.

Hier noch einige Mitteilungen an die Paten einiger Kinder: Frau Kunze, Ihr Patenkind Fatuma ist wohlauf. Sie wünschte sich zusammen mit Magdalena, die von der Familie Preißl gesponsert wird, einige Bücher zum Lernen. Magdalena und Fatuma sind wohl zusammen mit Alice die besten in der Schule. Die Lehrer sagen, Magdalene soll unbedingt einmal Ärztin werden. Hoffentlich hat die Familie dann genug Geld, dass sie auch studieren kann. Die Bücher haben wir inzwischen besorgt. Auf meine Frage nach Alice – ebenfalls ein Patenkind von Frau Kunze -hörte ich, dass diese zu einer Dispensery gegangen sei, sie hätte Probleme mit den Füßen. Wir sind dann dort hin gefahren und haben sie abgeholt. Oh Schock! Beide großen Zehen waren dick geschwollen, sie hatte unsagbare Schmerzen, im Nagelbett steckten nur noch kleine Splitter von den ehemaligen Zehennägeln. In der Dispensery hatte sie nur einige Schmerztabletten bekommen. Auf meine Frage, was denn passiert sei, berichtete sie mir, dass sie so gern Fußball spielt, aber ihre Schuhe schon seit über 1 Jahr viel zu klein seien. So habe sie die Kappe vorne einfach abgeschnitten. Da habe sich beim Kicken und durch viele Mädchen, die ihr auf die Füße getreten seien, alles entzündet. Sie tat mir entsetzlich leid, ich bin dann mit ihr nochmals zu unserer Erste-Hilfe-Station gefahren und habe die Zehen gereinigt, was nur fast unter Tränen möglich war, desinfiziert und sie mit Salbe, Verband und außenrum noch Schaumstoff verbunden. Außerdem haben wir ihr versprochen, Schuhe eine Nummer größer zu besorgen. 2 weitere Mädchen, die von Herrn Dr. Weil gesponsert werden, wünschten sich verschämt einige Sanitärypads, da sie an "ihren Tagen" nur alte Stofffetzen, die sie täglich auswaschen, zum Verwenden haben. All diese Wünsche haben wir inzwischen auch erfüllt. Ebenso sind inzwischen im gesamten Hostel Vorhänge angebracht. Von der Schuldirektion erfuhr ich, dass die Schulkosten von je 145 Euro 3 x im Jahr anfallen, das wusste ich auch nicht und zwar von Januar - März, dann ist 1 Monat Ferien, von Mai- Juli, dann 1 Monat Ferien, von Sept.-November, dann ist im Dezember wieder 1 Monat zu. Das kann ich natürlich auch nicht alles stemmen, wie denn auch? Es ist ein Fass ohne Boden.

Meinen allergrößten Schock erlebte ich bei meiner Rückkehr. Meine gesamten Videos bis auf 2 Stück waren nicht mehr auf meiner Kamera. Dabei hatte ich so schöne Interviews mit den Mädchen gemacht und auch von der First-Aid-Station, der Krankenschwester und vieles mehr. Ich weiß nicht, was passiert ist. Es ist mir unbegreiflich, ich hätte Heulen können. Inzwischen hat Sidi noch einige Fotos gemacht und mir geschickt. Schade schade, wo ich Ihnen doch allen schöne Videos versprochen hatte. Außerdem wollte ich diese so gern auf meiner Homepage präsentieren. Das ist wirklich ein Wahnsinnsverlust.
 
Wie ich inzwischen gehört habe, ist ein Ingenieur damit beauftragt, die Toilette mit Grube und Waschbecken zu planen, damit weder unser Brunnen noch unser Wasserstaubecken durch die Abfälle verunreinigt werden.



Das Neuste vom Januar 2014

Das Jahr fängt gut an –wir sind so glücklich. Herr Dr. Weil aus Freiberg, der uns schon lange mit Spenden unterstützt, hat sich entschlossen, ab sofort die Patenschaft für 2 Mädchen zu übernehmen. Das ist toll, so können wir 2 weitere Mädchen für 4 Jahre bis zum Abi auf die Schule schicken und ihnen eine gute Zukunft sichern. Durch gute Ausbildungen verändert sich nicht nur ihr Leben sondern nach und nach das ganze Land.
 
Außerdem hat uns Herr Dr. Weil mit einem weiteren Spender, Herrn Rosskopf, in Kontakt gebracht, der – wir können es kaum glauben – uns ermöglicht, unseren langersehnten Traum von einer Erste-Hilfe-Station zu verwirklichen. Er bezahlt uns die komplette Ausstattung. Die Räume hierfür sind ja in unserer 2012 erbauten sogenannten Cafeteria vorhanden (beinhaltet 1 Shop, 1 Schneiderei, 1 Restaurant und die 2 Räume für die neue Station). Diese Erste-Hilfe-Station ist ungeheuer wichtig, weil in dem Gebiet auf engstem Raum 2000 Kinder zur Schule und in den Kindergarten gehen und Verletzungen oder Krankheiten an der Tagesordnung sind. Außerdem gibt es in dem nahe gelegenen kleinen Dörfchen oft schwangere Frauen, die auch der Hilfe bedürfen. Und die nächste Arztpraxis ist im Ernstfall viel zu weit weg, abgesehen von den fehlenden Transportmöglichkeiten.

Jetzt müssen wir nur noch die laufenden Kosten für eine festangestellte examinierte Krankenschwester organisieren, aber mit Gottes Hilfe wird uns das auch gelingen. Beiden Spendern gilt unser herzlichster Dank- auch von Sidi und Kombo – unseren Projektleitern - sollen wir grüßen, die haben spontan am Telefon ein Dankgebet angestimmt und um Segen für die Spender und das Projekt gebetet.  

Ich werde Ende Februar für 10 Tage nach Kenia fliegen, um die Einrichtung der Erste-Hilfe-Station und den Betrieb im Hostel mit den vielen neuen Mädchen persönlich in Augenschein zu nehmen und sicherzustellen, dass alle reibungslos klappt.


Rückblick und Ausblick zum Jahresende 2013

Zuerst das Schlechte: Leider haben wir im Gegensatz zum letzten Jahresende nur 1 einzige Spende erhalten, über die wir uns natürlich gefreut haben. Andererseits haben wir nun keinen Cent Reserve mehr und müssen erst einmal sämtliche weiteren Projekte einstellen. Das ist ein echter Tiefschlag!

Doch dann das Gute: Frau Kunze hat sich für eine 2. Patenschaft entschieden und auch netterweise gleich die Schulkosten für 6 Monate von je 145 Euro sowie die Schuluniformen mit je 35 Euro übernommen. Außerdem haben wir weitere Paten, die Familie Preißl, für unser Projekt begeistern können, die die Patenschaft für ein drittes Mädchen übernommen haben – alle Patenschaften laufen 4 Jahre bis zum Abitur der Mädchen, wobei ein Ausstieg natürlich jederzeit möglich ist. Dafür sind wir von ganzem Herzen dankbar.

Die 3 Mädchen haben sich riesig gefreut vor Weihnachten eine so gute Botschaft zu bekommen. Nachstehend können Sie ihre Dankesbriefe lesen, die sie uns zu Weihnachten über unsere Projektleitung zukommen ließen. Wir werden 9 weitere Patenschaften sponsern, die Liste der Schülerinnen erhalten wir im Januar von den Lehrern. Waisen, sehr gute Schülerinnen ohne Möglichkeit für den Oberschulbesuch und Mädchen aus sehr armen kinderreichen Familien werden bevorzugt. Dann hätten wir insgesamt 12 Schülerinnen und damit immer noch Platz für 22 Mädchen. Aber ohne Geld ist das leider nicht möglich, schade. Wie gut, dass uns unsere bisherigen Sponsoren noch die Treue halten, so dass wir auch die Frühstücke für die 180 Waisenkinder weiter finanzieren können.

Anbei die drei Dankesbriefe unserer 3 neuen Mädchen, die ihre wunderbaren Zukunftsaussichten nun einzig und allein den Familien Kunze und Preißl verdanken.

Fatuma Mulongo - Mikomani Secondary     25/12/2013
To Madam Patricia, please pass it also to Mrs. Kunze
Dear Madam,
As  I wish you a Merry Christmas, i cant help the broad smile on my face ever since i received the good news of the sponsorship. I sincerely do hope your Christmas was good. I had a splendid christmas too. Indeed why not with such best news ever in my life?
I pray you are  in good health. My family and I wish to express our sincere gratitude for your big favour to us in supporting my education. May God bless you abundantly.
I can now study with confidence knowing the sky is the limit. I promise to work hard with God's help.
Goodbye for now, i am looking forward to seeing us meeting again face to face so that i can thank you practically.
Yours sincerely,
Fatuma

Magdalene Mulongo, Mikomani Secondary 25/12/2013
To Madam Patricia,
pass it please to Mr. and Mrs. Preißl
Dear Mama,
Merry- Christmas dear Mama! I hope your Christmas was good. I had a wonderful one too!
It is my hope that this letter finds you in good health. I am still very excited and short of the right words to thank you for the wonderful gift and favour you have granted me. This is the best present i have ever received in life and it makes this Christmas to be the most memorable in my whole life. My whole family appreciates your kind gesture and say a big thank you too.
I just wanted to say thank you and promise you that i will work hard in school since i  now have no reason to be sent home for school fees or go without a meal.
Again, thank you very much for your kind heart and may the good Lord bless you mightly.
Yours faithfully,
Magdalene Mulongo.


Alice Mruu, Mikomani Secondary 25/12/2013
To Madam Patricia,
please pass it to Mrs. Kunze
Dear Patricia,
Receive greetings from Rabai Kenya. Merry- Christmas!
How are you doing dear mama?
This letter comes specifically to say a big thank you mama for the 2013 gift of sponsorship to my education. My family cannot wait to see you physically and shake your blessed hand to say thank you for your kindness. we are all excited about this 2013 best news ever.
May God grant your heart's desires daily as you aspire to help more and more needy families like mine. Your kind gesture has really shade allot of light on my once dark and hopeless life.
As i say goodbye for now, i cannot wait to meet you again face to face so that i can thank you the kenyan way. you are such an angel. Now the ball is squarely in my court and i promise to work hard in order to score highly.
Be blessed.
Yours sincerely, Alice.


13. Oktober 2013 Es tut sich was in unserem Hostel

Wir freuen uns riesig, eine neue Sponsorin in unserem Verein begrüßen zu können. Frau Kunze aus Ludwigsburg hat ab sofort die Patenschaft für ein Mädchen übernommen, die nun ins Hostel einziehen darf und dann in 4 Jahren ihr Abitur machen kann. Das Mädchen ist natürlich überglücklich und kann es kaum fassen, dass wie sie sagte: eine völlig fremde Frau nun für sie 4 Jahre lang Geld spendet. Gott habe ihre Gebete wohl gehört. Die anderen Mädchen, die auch einziehen wollen, beten noch fleißig, vielleicht kann dieser Beitrag doch noch den einen oder anderen Sponsor ermutigen, es Frau Kunze nachzutun.

Wir haben geplant, ab Januar mindestens 15 Mädchen im Hostel zu haben und tun momentan alles Mögliche mit Anzeigen und Reportagen, um dieses Ziel zu verwirklichen.

Jetzt endlich haben wir in unserem Hostel die Möglichkeit, einen Stromanschluss zu bekommen, das eröffnet ganz neue Welten, vor allem die Chance, auch mal einen Computer anzuschließen, so dass wir direkt mit dem Hostel kommunizieren können und nicht immer nur über die Projektleiter telefonieren müssen.

Ferner werden wir in den nächsten Wochen eine Pipeline von einer staatlichen Pipeline zu unserem Hostel auf eigene Kosten verlegen lassen, so dass unserer Idee, rund ums Hostel Gärten anzulegen zur Versorgung unserer Mädchen mit frischem Gemüse bald nichts mehr im Wege stehen dürfte. Außerdem entfallen dann die horrenden Wasserkosten, die wir momentan dort haben für Kochen, Duschen, Putzen und Trinkwasser.

Und falls wir zu Weihnachten noch das große Los ziehen und einen Spender finden, der uns 1000 Euro für eine Milchkuh schickt, dann wäre auch der Calciumbedarf bei der Ernährung gedeckt und wir könnten zudem das Lieblingsgetränk aller Kenianer Tee mit Milch servieren, vor allem zum Frühstück. Ich glaube, die würden ausflippen vor Begeisterung. Momentan gibt’s nämlich nur Mineralwasser.

 

Alice im Wunderland –

unsere Projektleiterin Sidi erlebte paradiesische Tage in Deutschland

Vom 26.9. bis 6. 10. 2013 kam endlich unsere Sidi nach Deutschland, nachdem sie 5 Monate auf ihr Visum gewartet hat. 3 x mußte sie mit dem Sammeltaxi jeweils 7 Stunden hin nach Nairobi und 7 Stunden zurück zum Deutschen Konsulat – es wurden ihr so viele Steine in den Weg gelegt. Unsere Projektleiterin Sidi ist in Rabai/Kenia zuständig für das Frühstück der inzwischen 180 Waisen und für das Internat für unsere Oberschülerinnen und Abiturienten. Seit 2 Jahren arbeitet sie nun ehrenamtlich für uns, steht um 3 Uhr nachts auf und fährt mit dem Matatu (Sammeltransport) nach Rabai und arbeitet dort bis nachts um 22 Uhr zum einen für uns, zum anderen hat sie ein kleines Restaurant eröffnet, denn sie muß ja auch für ihre 3 Kinder sorgen, mit denen sie zusammen mit Ehemann Kombo in Mombasa wohnt. Ein extrem hartes Leben. Da wollten wir ihr einmal eine kleine Auszeit spendieren. Außerdem hatte sie jede Mengen Belege und Quittungen dabei, die wir zusammen prüfen mußten sowie Bilder von allen Projekten.



Ehemann Kombo unser Projektleiter ist inzwischen für die Regierung als Canceller tätig und zwar für die  Entwicklung der Region Rabai, wie Wasserversorgung, Elektrik, Straßen und vorallem Projekte zur Arbeitsbeschaffung und Lebensunterhalt der Dorfbewohner. Außerdem soll er den Tourismus ankurbeln. Deshalb kümmert er sich für Hope Kenia e.V. nebenbei vorallem um unsere Gebäude und den Brunnen und leitet die Dorfbewohner an, Felder anzulegen und stabilere Hütten zu bauen. Außerdem ist der Kontakt zu den Lehrern und den Dorfältesten wichtig. Aus diesem Grund konnte er auch nicht mitkommen und so hat Sidi die erste Auslandsreise ihres Lebens allein gemeistert.

Wir hatten für sie ein buntes Programm zusammengestellt, wie Bietigheimer Pferdemarkt, Wilhelma, Kürbisausstellung und venezianischer Abend im Blühenden Barock, Besuch von Einkaufszentren und großen Supermärkten, Pflanzenmärkten, Besichtigung einiger alter Städte wie z. B. Besigheim. Sidi war total begeistert und sagte, im Paradies könne es nicht schöner sein. Das hat uns selbst auch einmal wieder ins Bewusstsein gerufen, wie gut es uns eigentlich geht und wie schön wir hier in Deutschland leben.






Am meisten beeindruckt hat sie, wie sauber es in Deutschland ist und das Mülltrennungsverfahren sowie meine Mikrowelle, wo ich in 4 Minuten ein warmes Essen auf den Tisch stellen konnte und natürlich das sagenhafte Frühstück in Deutschland mit Butterbrezeln. Zum Vergleich: In Rabai sammelt man erst einmal Brennholz, dann holt man beim Brunnen Wasser, dann macht man ein Feuerchen und wartet ca. 1 Stunde, bis das Essen endlich fertig ist.

Ganz wichtig war auch eine Reise nach Hagen/Westfalen, wo die Patentante ihrer Tochter Ursula lebt. Frau Kniffka hat in den 90er Jahren und bis 2004 eigentlich das Projekt Wasserbecken und einige andere Dinge zusammen mit ihrem Mann ins Leben gerufen und ist inzwischen stolze 80 Jahre alt und nicht mehr reisefähig. Sie hat sich natürlich riesig gefreut, Sidi nach fast 10 Jahren einmal wiederzusehen und alte Erinnerungen auszutauschen und auch die vielen neuen Fotos zu sehen, wie es heute in der Gegend aussieht und wie groß die Kinder geworden sind. Die Taten der Familie Kniffka sind unvergessen und die Dankbarkeit ist nach wie vor groß. So wünschen wir an dieser Stelle Frau Kniffka – die leider seit 1 Jahr verwitwet ist – noch viele schöne Jahre. Sidi erzählte uns, sie könne immer noch wie der  Teufel Auto fahren und auch blitzschnell denken und auch das Englischreden klappte noch. Respekt!!

Natürlich haben wir Sidi nun endlich auch einmal persönlich unseren Vereinsmitgliedern und unserem wichtigsten Sponsor, der Euwax-Stiftung mit dem Vorstandsmitglied, Frau Bruker, vorstellen können. Dieser Stiftung verdanken wir unseren Brunnen, ein wahrer Segen für die gesamte Region. Besonders gefreut hat uns, dass uns Frau Bruker eine großzügige Essenspende für 1 Jahr für unsere Internatsschülerinnen zugesagt hat. Das ermöglicht uns, weiteren Mädchen eine gute Ausbildung zu bieten, denn fürs Essen ist nun fürs Erste gesorgt, das war unser Hauptproblem. Alle Mädchen kommen aus armen Familien oder sind Waisen, so dass sie keinen Pfennig bezahlen können.


Und natürlich waren wir reihum mit Sidi zum Essen eingeladen, bei vielen Freunden und Verwandten – es waren wirklich 10 tolle und verdiente Tage für unsere fleißige Sidi.

Die Bibel war ihr ständiger Begleiter und sie hat es sich nicht nehmen lassen, täglich 84 SMS mit den Bibelsprüchen und Losungen des Tages an ihre Freunde in Kenia zu verschicken. Der Rückweg zum Flughafen war ganz schön anstrengend, denn Sidi mußte jede Menge Gepäck mit Hilfsgütern mitnehmen, z. B. Solarlampen für unser Internat.

Wie sie uns berichtet hat, war der absolute Hit bei ihrer Rückkehr das Dirndl – gut möglich, daß unsere 3 Schneiderinnen in Rabai zukünftig eine Menge davon nähen müssen.

 

 

Neuigkeiten von unserem Hope-Hilfsprojekt in Rabai/Kenia 10. August 2013

Unsere Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert. Dank dem Brunnen werden nun mehr und mehr Gärten und Feldchen angelegt, denn nun ist genügend Wasser da und die Pflanzen gedeihen prächtig. Die Gefahr, daß bei Hitzeperioden und Ausfall von Regen die Pflanzen eingehen ist damit gebannt und eine dauerhafte Versorgung mit Gemüse und Salat gewährleistet. Auch hübsche Sträucher werden gepflanzt, die Siedlung wird rundum verschönert.


In unserer vor 2 Jahren erbauten Cafeteria floriert das Geschäft. Es gibt einen Laden für Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs, eine sehr gut florierende Schneiderei mit inzwischen 3 Nähmaschinen und Ausbildungsmöglichkeiten für Mädchen sowie ein Restaurant.





Hier wird auch nach wie vor das vor gut 1 Jahr eingeführte Frühstück für Waisenkinder ausgegeben.



Die Zusammenarbeit zwischen unserem Projektleiter und den Lehrern ist sehr gut. Die Schüler haben jetzt auch immer Zugriff auf frisches Trinkwasser durch den 2. Wassertank direkt an der Schule – wir haben hier gut 1500 Kinderschüler und Grundschüler und 500 Oberschüler. 

Unser Internat für Oberschülerinnen wurde inzwischen durch einen großen Anbau zum Essen und Studieren erweitert.

Momentan wird an einer neuen Projektidee gearbeitet, die ca. 50 Frauen Arbeit geben soll und zwar die Herstellung von Kokosöl. Außerdem habe ich angeregt, Felder mit Erbsen und Zuckerschoten anzulegen, da dies gern von Hotels gekauft wird. Die Anschaffung von einigen Kühen für Milch für die Kinder mußte erst einmal auf Eis gelegt werden, da dies einfach zu teuer wird.

 

 

Erfolgsmeldung: Unser Brunnen und zwei große Wassertanks sind endlich fertig.

Welch eine Freude und Lebenselixier für Rabai. Unser Brunnen ist fertig und das glasklare Wasser steht in zwei Wassertanks, die täglich gefüllt werden, der Bevölkerung zur Verfügung.
Ein Tank ist am Straßenrand, wo sich jeder bedienen kann, ein zweiter kleinerer direkt bei der Schule, so daß die Kinder jetzt wunderbares Wasser trinken können.
Zu dieser Maßnahme haben wir gegriffen, damit keiner am Brunnen rumhantiert und nach Belieben die Pumpe ein- und ausschaltet. Die frißt nämlich pro Stunde einen Liter Öl und Geld hat ja dort keiner.
Deshalb werden 1 x täglich für 3 Stunden die Tanks gefüllt und dann die Pumpe wieder ausgeschaltet. Wir sind stolz, daß wir diese lebensrettende Maßnahme durchführen konnten.








Inspektionsreise nach Afrika vom 27.1. bis 10.2.2013

Unser Brunnenbau – ein einziges Fiasko – glücklicherweise mit gutem Ausgang

Nachdem im Oktober 2012 diverse Probebohrungen gemacht wurden, wo der beste Platz für einen Brunnen ist, haben wir im Dezember, nachdem wir durch einen großzügigen Sponsor, den uns wohl Gott persönlich geschickt hat, das Geld zusammenhatten, eine Bohrung an einem der getesteten Plätze vorgenommen. Große LKWs mit noch größeren Bohrern trafen ein und das halbe Dorf versammelte sich gespannt. Dann wurde bis 130 m tief gebohrt, obwohl beim Test laut dem Bericht des Geologen schon bei 80 m Wasser anzutreffen war und dann erhielten wir die schreckliche Gewissheit: Wir haben ein trockenes Bohrloch, das heißt, kein Wasser und 14.000 Euro weg. Ein Tieferbohren waren sinnlos, da wir auf Fels gestoßen waren. Die Enttäuschung bei der Bevölkerung war riesengroß, unser Projektleiter aufs höchste deprimiert und ich total geschockt, dass wir unser Geld nun los waren und immer noch keinen Brunnen hatten. Von Mitte Dezember bis Ende Januar verhandelte ich mit dem Brunnenbauer, dass er uns einen Teil des Geldes zurückgibt, ohne Erfolg.


Ende Januar flog ich nach Mombasa, da alle telefonischen Verhandlungen und meterlange Emails keinen Erfolg zeigten und schnappte mir den Brunnenbauer. Ich denke, eine solche Verhandlung hat er in seinem Leben noch nicht erlebt, auf jeden Fall hatte ich am Ende des Tages fast die Hälfte des Betrages gerettet. Mir war auch wichtig zu untersuchen, ob tatsächlich an der getesteten Stelle gebohrt worden war und wer nun eigentlich schuld ist an dieser Misere. Nun der Platz war tatsächlich richtig und eine Erklärung, warum da kein Wasser ist gab es nicht.

Wir haben uns dann mit einem mulmigen Gefühl entschlossen, an einem ebenfalls getesteten Platz, der ein ganzes Stück entfernt lag eine weitere Bohrung zu machen, nachdem ich mit dem Brunnenbauer einen reduzierten Preis ausgehandelt hatte. Nach vielen Anlaufschwierigkeiten, Brunnenbauer kam nicht, dann fehlte ein Fass Öl für den Bohrer, dann fehlte ein Mittelstück vom Bohrer usw. usw. wurde dann endlich gebohrt. In 130 m Tiefe trafen wir auf feuchten Sand und feuchte Steine. Eigentlich sollte hier ebenfalls laut dem Bohrbericht vom Oktober schon Wasser sein. Ein hinzugezogener Geologe testete wiederum und sagte, wir müssen noch ca. 30 m tiefer bohren – der Brunnen wurde also immer teurer.
Immer wenn einige Meter gebohrt waren, wurden Rohre hinuntergelassen und verschraubt, damit die Brunnenwände nicht einstürzen. Als dann in 130 m Tiefe weiter gebohrt wurde, wurde das unterste Rohr beschädigt und versperrte so unglücklich den Wasserzulauf, dass ein Weiterbohren keinen Sinn machte. Die defekten Rohrstücke ließen sich mit nichts entfernen und auch nicht durch den Bohrer komplett zerstören. Wir waren alle fix und fertig – mein Projektleiter Kombo, der Brunnenbauer, der Geologe, das gesamte Dorf und ich. Ich habe dann ausgehandelt, dass unverzüglich ein weiterer Brunnen kostenlos gebaut werden muss, da dieser Vorfall ja nicht mein Verschulden war. Da dies mein letzter Tag in Kenia war haben wir trotzdem gefeiert.

Also wurde nach meinem Abflug wieder in 130 m Tiefe gebohrt und ich saß zu Hause und hab gebetet. Und dann kam die befreiende Nachricht: Wir sind auf Wasser gestoßen. Nicht so viel wie wir erwartet hatten aber immerhin Wasser. Der Geologe schlug dann vor, auch hier noch 30 m tiefer zu gehen und dann sprudelte es nur so – es war eine wahre Freude. Uns fiel allen ein Felsbrocken von der Seele. Endlich Wasser, das Lebenselixier für die Bevölkerung. Vorher musste bei Trockenheit wenn unser Staubecken auch ausgetrocknet war, jeder einzelne Liter Wasser gekauft werden oder kilometerweit herbeigeschleppt werden. Das schmutzige Wasser konnte man kaum trinken oder zum Kochen verwenden aber die Bevölkerung hat auch kein Geld zum Wasserkaufen, ein Teufelskreis. Jetzt endlich haben wir sauberes Trinkwasser, was die Krankheiten auch sehr minimieren wird. Die Leute können kochen, waschen, sich duschen und Gärten anlegen. Der Geologe sagte mir noch bei meinem Besuch, die Grundwasserspiegel wären extrem gesunken. Nicht zuletzt ist da auch eine Rosenzucht in Kenia schuld, die dem Gebiet extrem viel Wasser entzieht. Leider konnten wir nun nicht wie geplant, noch einige Duschen, Toiletten und Wachtröge bauen sowie eine Pipeline zum Staubecken bauen, weil uns schlicht das Geld ausging. Sehr schade.

Bei unserer Feier des noch nicht vorhandenen Brunnens haben wir unseren Waisenkindern, die täglich Frühstück bekommen, jedem eine neue Schuluniform überreicht. Schüchtern nahmen sie diese aus meinen Händen im Empfang. Dafür sind sie dann beim Essen etwas aufgetaut, wobei man staunt, wie ruhig es da zugeht. Alle sitzen da andächtig mit einem Teller, der immer für 2 Personen ist und genießen jeden Bissen.

In der Zeit, in der mit dem Brunnenbau nichts voran ging, habe ich zusammen mit unseren Projektleiter verschiedene Gruppen getroffen und erläutert, was sie alles anbauen können, wenn sie nun Wasser haben. Eine andere Hilfsorganisation hatte mir erzählt, dass man für Zuckerschoten und junge Erbsen sehr gute Abnehmer findet auch bei den vielen Hotels, die in Kenia sind. So können sie neben ihrem eigenen Gemüseanbau ein kleines Gewerbe aufbauen.

Zwei ganz tragische Ereignisse haben meinen Besuch überschattet, nachdem ich sowieso schon genug Deprimierendes mit unserem Brunnenbau erlebt hatte. Eines Abends hielt ein alter völlig ausgemergelter Mann unser Auto an und fragte, ob wir ihm ein bisschen Geld geben könnten, damit er für seine 8 Kinder einen Maisbrei kochen könne, sie hätten seit Tagen nichts gegessen. Dieser Bitte sind wir natürlich nachgekommen. Am nächsten Morgen ist dieser Mann gestorben - verhungert. Wie ich von meinem Projektleiter erfuhr, war er keineswegs alt, er war gerade mal knapp 50 Jahre alt.
Einen Tag später starb in der gleichen Hüttensiedlung ein 24-jähriger an Mengitis. Er hatte zwar ein Rezept vom Arzt in der Tasche aber kein Geld, die Medizin zu kaufen. Die beiden Erlebnisse haben mich sehr erschüttert und mir einmal mehr gezeigt, wie gut es uns in Deutschland geht, das sollte man sich durchaus immer wieder einmal bewusst machen.


Hilferuf – bitte helfen Sie uns – unsere Kinder im Internat hungern – wir suchen Paten!
Am letzten Tag vor meinem Abflug wollte ich unbedingt noch unser Hostel (Internat) besuchen, das wir für 34 Oberschülerinnen gebaut haben, die zu weit weg wohnen, um die Oberschule zu besuchen. Dieses Gebäude habe ich letztes Jahr mit Herzblut bauen lassen und im Oktober eingeweiht. Hier ist die Oberschule in direkter Nähe. Ich war so glücklich, wenigstens einigen Mädchen eine bessere Zukunft bieten zu können durch eine gute Ausbildung. Irgendwie sträubte sich mein Projektleiter etwas und sagte, du wirst enttäuscht sein. Ich sagte, das glaube ich nicht, ich freue mich auf die Mädchen, ich kenne sie ja alle von der Einweihung her. Als wir dort spätabends eintrafen, fand ich 3 Mädchen und eine Betreuerin auf dem Boden sitzend vor mit einer fürchterlich stinkenden Petroleumlampe. Vor sich hatten sie ein ca. 15 cm Durchmesser großes Töpfchen mit grünen gekochten Blättern. Sie begrüßten mich geradezu enthusiastisch.

Bei meinem Gespräch mit ihnen hörte ich dann folgende unendlich traurige Story: Sie wohnen seit Oktober nur zu dritt in diesem riesigen Hostel. Es gibt nichts zu essen. Die Blätter haben sie tagsüber auf Wiesen gesammelt und gekocht, um überhaupt etwas zu essen zu haben. So ginge das mehr oder weniger seit Oktober. Hin und wieder würde Sidi, die Frau unseres Projektleiters, ein Säckchen Maismehl, Öl und Zwiebeln bringen, aber meistens würden sie hungern. Ich war völlig geschockt.

Auf Nachfrage sagte mir Kombo, das Konzept, dass ca. 20 Mädchen einen monatlichen Beitrag zahlen und wir dadurch 14 weitere miternähren könnten, sei leider nicht aufgegangen. Es habe sich tatsächlich keine einzige Familie gefunden die in der Lage sei, etwas zu bezahlen. Er habe sich nie getraut mir das zu sagen. Er und seine Frau würden von ihrem extrem schmalen Budget hin und wieder ein paar Schilling abzweigen, damit die nicht ganz verhungern. Und die zwei Frauen, die seit Oktober da arbeiten hätten außer von mir zu Weihnachten noch nie einen Schilling erhalten. Die Betreuerinnen sind wichtig und vorgeschrieben, denn die Mädchen müssen zu ihrem Schutz bewacht werden, das ist von der Schulbehörde vorgeschrieben und eine Kommissarin von einer Art Jugendamt sagte mir im Laufe der Woche, wenn nur ein Mädchen schwanger würde - und in Kenia seien die Mädchen viel früher geschlechtsreif als in Europa- könnten wir das Internat schließen. Die 3 Mädchen sagten mir, sie fühlten sich total einsam in dem großen Haus und würden am liebsten wieder bei ihren Familien wohnen, was ich gut verstehen kann.

Es ist wirklich ein Jammer, da habe ich ein so großes Haus gebaut in bester Absicht und nun scheitern wir, weil kein Geld fürs Essen da ist. Wie liebevoll habe ich die Betten, Stühle, Tische schreinern lassen, mit so viel Freude hatte ich die 34 bunten Matratzen und Kissen ausgesucht und wunderschönes Bettzeug nähen lassen. Und das soll nun alles „für die Katz“ sein? Sidi hat einmal kalkuliert, dass wir ca. 50 Euro pro Monat und pro Kind brauchen, weil wir dort auch das Wasser fürs Waschen, Wäschewaschen, Kochen und putzen kaufen müssen – das Internat ist einige Kilometer weit weg von unserem Brunnen.

Jetzt suchen wir dringend Sponsoren für unsere Mädchen und damit wir das Internat schnellstens komplett belegen können. Unsere Kasse ist durch den Brunnenbau nicht nur restlos leer, ich habe sogar einen Bankkredit dafür aufnehmen müssen.

Also unser dringlicher Aufruf: Bitte bitte helfen Sie uns, geben Sie den Mädchen eine gute Zukunft – übernehmen Sie eine Patenschaft für ein Mädchen für einige Jahre, bis sie die Oberschule abgeschlossen haben. Für jeden, der uns 50 Euro monatlich spendet, können wir ein weiteres Mädchen aufnehmen. Gern sind wir auch bereit, Ihnen ein Foto und einen kurzen Lebenslauf über das jeweilige Kind und ihre Familie zu schicken. Selbstverständlich können Sie die Spende steuerlich absetzen., wir geben Ihnen eine Spendenquittung. Geben Sie Ihrem Herzen einen Stoß. Die Mädchen werden es Ihnen danken.

Wir können Ihnen auch helfen, wenn Sie mal nach Kenia fahren wollen und alles besichtigen möchten und ihr Patenkind kennen lernen möchten. Außerdem kennen wir sehr gute Hotels zu günstigen Preisen und können eine private Safari für Sie organisieren.



Impressionen der Inspektionsreise im Januar 2013





























2. Dezemer 2012

Hurra, seit gestern bohren wir nach Wasser, der Brunnenbau hat begonnen. Das ganze Dorf hat sich versammelt, Hunderte von Menschen stehen da mit ungläubigen Augen, daß es tatsächlich erstmals in ihrem Leben einen Brunnen gibt. Bin gespannt, wann wir hören, wann wir auf Wasser gestoßen sind.


Vom 23. 9. – 3. 10.2012 verbrachte ich 10 arbeits- und ereignisreiche Tage in Kenia.


Zuerst habe ich die Standpunkte für den geplanten Brunnen überprüft und mich stundenlang mit dem Brunnenbauer unterhalten, der mit viel in Englisch erzählte über Gesteinsschichten, Bohrtiefen, die Gefahr von Salzwasser und zu geringen Wassermengen, wenn wir nicht tief genug bohren, um eine gute Grundwasserquelle zu erwischen. Aber letztendlich haben wir jetzt nach den Probebohrungen das gute Gefühl, eine sehr ergiebige Stelle in 130 m Tiefe erwischt zu haben. Leider macht dies den Brunnen aber auch sehr teuer (pro Meter ca. 100 Euro plus Zementierung des Bohrloches, Umrandung und Vertikalpumpen, wenn ich das alles richtig verstanden habe). Insgesamt sind ca. 15.000 Euro erforderlich.

Am nächsten Tag haben wir alles für das Frühstück der 150 Waisenkinder in der Grundschule organisiert. Hier gehen 900 Kinder in die Grundschule, dann gibt’s noch ca. 500 Kinder im Kindergarten und 600 weitere Schüler in der Oberschule.
Wir haben aufgrund der sehr limitieren Mittel entschieden, ein Orangensaftkonzentrat zu kaufen, das wir mit Wasser mischen können. Dann haben wir 150 Becher gekauft, Behälter, wo der Saft gemischt werden kann und Kannen zum Ausgießen. Für den ersten Tag haben wir ein Luxusfrühstück mit sehr nahrhaften Bisquits und jede Menge Obst gekauft.
Am nächsten Tag war’s dann soweit. Alle durften sich vor unserer Cafeteria einfinden. Zuerst einmal gab es viele Reden von Lehrern, Projektleiter, Schuldirektor und Priestern und letztendlich von mir, die armen Kinder standen mit hungrigen Bäuchen und großen Augen vor dem aufgebauten Obst und warteten schweigend und geduldig bis endlich alles vorüber war. Und dann ging’s los, schnell noch einige Fotos und dann durften die Kinder in Reih und Glied an uns vorbeimarschieren, erhielten Saft und Bisquits und später noch das Obst. Die Kinder waren selig. Auf dem Boden sitzend haben sie alles ganz langsam genossen, Biss für Biss und Schluck für Schluck. Ich hätte eigentlich eher erwartet, dass das alles in Sekundenschnelle verputzt ist. Vor dem Tor warteten noch Hunderte von Kindern, die auch Hunger hatten, denn es gibt natürlich auch sehr viele arme Kinder, die ebenfalls nichts zu essen haben. Am Schluss hatten wir noch Bananen übrig, die wir dann an diese Kinder verteilt haben, die waren selig, dass sie doch noch was abbekommen haben.

Am nächsten Tag habe ich Matratzen und Kissen gekauft und verhandelt wie ein Berserker. Dann haben wir Bettlaken und Kissenhüllen nähen lassen. Am Montag musste alles für die Eröffnung unseres Hostels fertig sein, das ist ein Internat für Oberschüler. Dann haben wir ein Zelt und Stühle gemietet, jede Menge Essen und Getränke eingekauft.

Am 1. 10. 2012 war nun der große Tag und wir konnten das Hostel nach ca. 4 Monate Bauzeit eröffnen. Es war eine großartige Zeremonie mit vielen Rednern, Priestern, Dorfältesten aus den umliegenden Dörfern. Als erster hat unser Projektmanager Kombo alles erklärt und dann habe ich meine erste Rede in Englisch gehalten. Dem Beifall nach haben es wohl die meisten verstanden. Einiges wurde auch in Swahili übersetzt. Ich wurde mit viel Dank und Gebeten überschüttet und vielen guten Wünschen für unseren Hope-Kenia Verein und dass wir doch bitte noch viele Spender finden mögen.

Die Mädchen, die hier wohnen sollen, waren total aufgeregt und sagten, es wäre wie im Paradies. Wahrscheinlich lag es an den bunten Matratzen und schönen Bettlaken. In der Tat ist die Gegend sehr schön und die Schule ganz in der Nähe, allerdings konnten wir bisher leider noch kein Essen organisieren, das ist wirklich übel. Auch fehlen noch die Fenster und Moskitonetze sowie ein Solarpanel, damit auch ein bisschen Licht vorhanden ist. Am Eröffnungstag waren auch noch nicht alle Betten, Tische, Stühle und Schränkchen fertig, die Schreiner haben den ganzen Samstag, Sonntag und dann während der Eröffnung am Montag auf der Wiese gehämmert und geschreinert. Alle paar Stunden kam wieder ein Motorrad mit weiteren Brettern für weitere Möbelstücke an. Wie ich gehört habe, sind wenigstens die Möbel inzwischen fertig. Ich freue mich sehr darüber, dass wir nun 34 Mädchen den Besuch der Oberschule und Abiturabschluss ermöglichen können. Sie wohnen nun die Woche über hier und am Wochenende müssen sie sich einen Sammeltransport nach Hause zu ihren ca. 30 – 50 km entfernten Familien organisieren.

Einen Tag später haben wir noch ein Grundstück besichtigt, auf dem sich gut ein Hostel für Jungen bauen ließe, denn eine weitere Oberschule ist hier genau Vis a Vis. Die Jungen flehten mich an, sie nicht im Stich zu lassen und warum nur die Mädchen ein Hostel bekommen hätten. Ja die Antwort ist ganz einfach, wir haben keinen Pfennig mehr.

Am letzten Tag habe ich stundenlang Unmengen von Belegen in Empfang genommen, kontrolliert und erklären lassen, damit unsere Buchhaltung in unserem Verein tipptopp ist. Leider leider muss ich auch große Summen, wo keine Belege vorhanden waren aus eigener Tasche zahlen und die sind eh schon leer.

Dann haben wir Pläne geschmiedet, was neben dem großen Projekt Brunnen weiter vonnöten ist. Ganz klar zeichnet sich ab, dass dringendst eine Erste-Hilfe Station nötig ist. Hier gibt es so viele Kinder, ca. 2000 alleine im Kindergarten sowie Grund- und Oberschule, wo laufend was passiert und die nächste Station ist ca. 3-4 km entfernt. Ohne Fahrzeuge, wie Fahrrad oder Auto müssen die Kinder dort hingetragen werden, ein unglaublicher Zustand. Sobald wir Geld für die Einrichtung haben, möchten wir hier ganztags eine Krankenschwester engagieren und einmal wöchentlich soll ein Arzt vorbeikommen. In unserer Cafeteria sind noch 2 Räume frei, da könnten wir dies wunderbar einrichten, das ist gerade mal ca. 300 m von den Schulen entfernt. Außerdem möchten wir einen der Räume kostenlos einer Schneiderin geben, die hier arbeiten kann und im Gegenzug kostenlos Schuluniformen reparieren soll. Und viele Ideen mehr, alle hängen am Nagel, weil kein Geld mehr vorhanden ist. Aber vielleicht haben wir ja zu Weihnachten Glück, dass wir die eine oder andere Spende erhalten, das wäre super.

Nachstehend noch ein Brief, den wir dieses Jahr zu Weihnachten an einige Firmen verschicken möchten. Falls noch jemand Tipps für uns hat, freuen wir uns sehr darüber.

Haben Sie jemals überlegt, welch großes Glück wir hatten, in Deutschland geboren zu sein?

Sehr geehrte Damen und Herren,

waren Sie jemals in Afrika und haben gesehen, mit wie wenig man leben kann oder muss? Ich habe letztes Jahr zum ersten Mal eine Safari in Kenia gemacht, das war super. Aber ich hatte einen Safariguide, der mir auch mal die Schattenseiten gezeigt hat.

Hütten mit 8 – 12 Familienmitgliedern, ohne Matratzen, Strom, Wasser, Moskitonetze, Stühle und Tische – ja eigentlich mit gar nichts. Kein Geld für genug Essen, kein Geld für Arzt oder Medikamente. Kinder ohne jede Spielsachen, ohne Windeln, ohne Bettchen und ohne ärztliche Versorgung. Da habe ich zum ersten Mal begriffen, wie gut es uns geht. Genug Wasser und Strom, genug zu Essen, ein Dach über dem Kopf. Dort gibt es Dürren, wo keinerlei Gemüse oder Obst mehr wächst, kein Wasser, um den Kindern einen Maisbrei zu kochen – verzweifelte Eltern, verhungernde Kinder, die kleinste Krankheit führt zum Tod, weil überhaupt keine Abwehrkräfte vorhanden sind und kein einziger Cent vorhanden ist. Wenn man mal die Augen öffnet, sieht man erschütternde Bilder.

Natürlich haben wir alle auch zu kämpfen, natürlich gibt es Elend auf der ganzen Welt, wo soll man anfangen und wo aufhören? Jeder will Geld, jeder will Hilfe. Und bei Spenden weiß man oft nicht, wohin die versickern, viel Geld für Werbemaßnahmen und Verwaltung und nur ein kleiner Rest für die Armen selbst.

Ich habe hingeschaut und gesehen, was am Wichtigsten ist: Bildung für eine bessere Zukunft, Ernährung für Kinder, die im Wachstum sind, Hilfe zur Selbsthilfe – und ich habe einen Hilfsverein gegründet. Sie werden staunen, mit wie wenig Geld man Großes schaffen kann. Nachdem ich zunächst sämtliche Ersparnisse geopfert habe, um zu helfen, habe ich inzwischen den Verein Hope-Kenia gegründet, um das ganze steuerlich anerkannt zu bekommen und für Spender anerkannte Spendenquittungen ausstellen zu können. Und wir haben viel bewegt:

In den letzten 14 Monaten haben wir Toiletten und Schulmöbel für Schulen organisiert, ein Staubecken repariert und vergrößert, eine Pipeline repariert, einen Schulungsgarten zum Unterricht der Dorfbewohner anlegen lassen, hier erhalten sie auch kostenlose Setzlinge und Samen. Leider fehlt uns derzeit komplett das Wasser, so dass alles verdorrt. Die Dorfbewohner haben mit unserer Hilfe sage und schreibe 1000 Bäume gepflanzt, Casurinabäume, die schnell wachsen und Schatten spenden und mit ihren Wurzelgeflechten Wasser halten können. Wir haben eine Cafeteria gebaut, wo ein kleines Restaurant Mittagessen kochen könnte, sofern wir Geld hätten, eine Schneiderin, die kostenlos Schuluniformen repariert und größeren Mädchen das Nähen beibringt, ein kleiner Laden, der Überschüsse in Form von Lebensmitteln an Arme auszahlt. Alle arbeiten ehrenamtlich hier und in Kenia.

Unser jüngstes Projekt, ein Hostel (Internat) für 34 Oberschülerinnen (Waisen und sehr Arme) wurde am 1. 10.2012 eröffnet. Diese Kinder hätten einen zu weiten Schulweg (30-50 km), um ihr Abitur zu machen. Hier können sie die Woche über kostenlos wohnen.

Fast alle Kosten habe ich – die Gründerin – aus eigener Tasche bezahlt, aber jetzt bin ich am Ende meiner finanziellen Möglichkeiten. Wir haben bisher leider nur 1 Sponsor, der den morgendlichen Orangensaft für die 150 Waisenkinder bezahlt. Das ist super, aber nur ein Tropfen auf einen heißen Stein. Uns fehlt es an allen Ecken und Enden. Mit wie wenig man helfen kann, soll Ihnen dieses Beispiel zeigen:

Mit 5 Euro versorgen wir morgens 80 Kinder mit einem Glas Orangensaft oder Obst.

Mit 50 Euro schaffen wir in einem Internat einen Platz für ein Kind mit eigenem Bett mit Matratze, Kissen und Bettlaken, Schränkchen, Moskitonetz, Stuhl und Tisch zum Essen und lernen.

Mit 4500 Euro versorgen wir tagtäglich 150 Waisenkinder 1 Monat lang mit regelmäßigem Essen. Das sind 2 x täglich á 150 Waisenkinder= 300 Essen x 30 Tage = 9000 Essen pro Monat zu je 50 Cent (hauptsächlich Maisbrei oder Reis mit proteinhaltigen Bohnen). Lebensmittel sind unglaublich teuer geworden.

Wir benötigen derzeit dringend:

1. 500 Euro für die Fenster und Moskitonetze in unserem Internat.

2. monatlich 750 Euro für Frühstücke und Mittagessen für 34 Schüler (68 Essen x 22 Tage= 1496 Essen).

3. 500 Euro für ein großes Solarpanel damit auch Licht im Hostel ist.

4. 500 Euro zum Bau von 4 Toiletten und Duschen und Wasseranschluss für die 34 Mädchen.

5. ca. 1500 Euro für die Einrichtung einer Erste Hilfe Station (hier sind 1500 Schulkinder und ca. 1000 Kleinkinder und Babies, die nächste Station ist 4 km entfernt, es gibt weder Fahrrad noch Auto, verletzte Kinder müssen dorthin getragen werden).

6. monatlich ca. 300 Euro für eine Krankenschwester, ein Arzt würde 1 x wöchentlich kostenlos kommen.

7. Für einen Brunnen haben wir einen Sponsor in Aussicht. Wir möchten noch eine Pipeline zum Staubecken bauen, so dass dort immer Wasser für Garten-Bewässerung vorhanden ist (ca. 300 Euro).

8. beim Brunnen einen Waschtrog, wo die Dorfbewohner ihre Wäsche waschen können sowie 3 Duschen und Toiletten = ca. 500 Euro.

Falls wir weitere 10.000 Euro zusammenbekommen, könnten wir ein weiteres Internat für Jungen bauen, die ebenfalls das Abitur machen möchten, ein Grundstück haben wir bereits.

Wir möchten so viel tun, können Sie uns zu Weihnachten mit einer kleinen Geldspritze helfen? Sie würden von uns eine vom Finanzamt anerkannte Spendenquittung erhalten sowie auf unserer Homepage mit Ihrer Firma veröffentlich werden und könnten auch Ihrerseits einen Link oder Werbung „soziales Engagement unserer Firma“ veröffentlichen.

Werfen Sie doch einmal einen Blick auf unsere Homepage www.hope-kenia.de

Wir können Ihnen versichern, dass jeder einzelne Cent in die obigen Projekte gesteckt wird. Werbung und Kosten werden von mir selbst getragen. Für alle Fragen stehen wir gern zur Verfügung und falls Sie Lust auf eine tolle Safari in Kenia haben, können wir dies kostengünstig für Sie arrangieren.

Es wäre toll, wenn wir Ihr Herz für diese Kinder öffnen können. Die Kenianer würden sagen

God bless you und Asante sana

Mit hoffnungsvollen Grüßen
Patricia Michelberger -Vorstand Hope-Kenia


Einführung Schulfrühstück für 150 Waisenkinder




Einweihung Hostel (Internat) für 34 Oberschülerinnen




2018  Hope Kenia-Hilfsprojekt von Patricia Michelberger und Freunde e.V.